Luftgewehr, Luftpistole, Bogenschießen

Historie

von Eugen Schirm und Manuela Feldengut-Baur

Zu Beginn wurde in Gundelfingen eine Feuerschützengesellschaft gegründet und die ersten
Schießübungen am vorderen Berg ausgeführt. Den Scheiben- und Schützenstand, so wie es
ihn heute gibt, hat es in der damaligen Zeit noch nicht gegeben. Das Ziel war an einem
Pfahl befestigt und der Schütze stand in einem Schutzloch (Fuchsloch genannt), um vor
Unfällen geschützt zu sein. Der Schützenstand war ebenfalls im Freien, abgegrenzt durch
zwei Pfosten, die mit Reisig oder Eichenlaub umwunden waren. Somit war der Schütze jeder
Witterung preisgegeben, zumal diese Schießübungen für ihn Pflicht waren. Erst im Jahre
1696 wurde die Schießpflicht erleichtert. Man konnte jetzt, wenn man wollte, einen
Ersatzschützen wählen. Für diesen Ersatzschützen musste ein Lagegeld von 8 Kreuzern
bezahlt werden. Mit dieser Erleichterung wurde der 1. und 2. Schützenmeister, der
Schriftführer und Kassierer eingeführt, die unter dem Schutz der kurfürstlichen und
bürgerlichen Obrigkeit standen und eine eigene Gerichtsbarkeit erhielten. Gerade diese
Schützen waren es, die im Jahre 1754 den Zimmerstutzenverein Gundelfingen gegründet hatten.

Am Anfang vertrieben sie sich die Zeit mit verschiedenen Spielen, bis das Blasrohr
eingeführt wurde. Durch dieses musste mit der Puste zur Scheibe, die in kurzer
Entfernung aufgestellt war, ein Bolzen geschleudert werden, der sich in das Holz einbohrte
und somit das Resultat aufzeigte. Die einzigen dokumentarischen Überbleibsel dieser Zeit
sind kleine Schießscheiben aus den Jahren 1801 und 1856, die diese Schießart nachweisen.
Das Gründungslokal war das Gasthaus zum Mondschein in der Bahnhofstraße, heute Schlosserei
Haas. Von dort zogen sie in die Traubenwirtschaft in der Lauinger Straße.

Nach der Erfindung des Zimmerstutzens gelang es dem damaligen Schützenmeister Josef
Hinterströßer, der von Beruf Spenglermeister war, einen vereinseigenen Zimmerstutzen zu
konstruieren und zu erbauen. Man schoss jetzt in der Gastwirtschaft zum Pflug, denn mit
diesem Zimmerstutzen wurden bereits Entfernungen von acht bis zwölf Meter erreicht.

Im Frühjahr 1904 wurde das 150-jährige Jubiläum des Vereins im kleinen Rahmen, verbunden mit
einem Preisschießen abgehalten, an dem auch württembergische Schützenkameraden teilnahmen.
Im Jahre 1914 wurde das Vereinslokal als Gefangenenlager eingerichtet und somit der
Schießsport eingestellt.